Archive for Oktober, 2011

Rheinberg,….. ICE, TGV,…. SAS

Montag, Oktober 17th, 2011

Am 15.10.2011 konnten wir die Julian Sas Band zum zweiten Mal innerhalb von 8 Tagen sehen.

Auch im ausverkauften Saal des  Schwarzen Adlers in Rheinberg brodelte das von den Dreien servierte BluesRock Menue bis zum überkochen.

Über die Performance und das Feeling das bei Sas Konzerten aufkommt braucht man hier an dieser Stelle nichts mehr zu schreiben, das gebotene übertrifft die Erwartungen der BluesRock begeisterten Gemeinde ein ums andere mal.

 Besonderheiten in Rheinberg,….

Da wäre zum Beispiel das Julian bei dem gesamten Konzert auf das Spiel einer Les Paul verzichtet hat. Das haben wir so noch nicht gesehen.

Gibson Firebird zum Intro Slide Spiel, dann eine neue Fender Customshop Relic 1960 Stratocaster, die von Patrick Koopman gebaute PK1 und zum Abschluß die umgebaute Gretsch Corvette kam als Hardware in den 2 ½ Stunden zum Einsatz

County Jail von Muddy Waters wurde in einer fast 16 minütigen Version zelebriert.

 Rob Heijne könnte mit seiner Power und Mimik alleine ein komplettes Show-Programm füllen.

Der ruhende Pol der Band, Tenny Tahamata, mit neuem Fender Precision Bass dessen Pickguard die anfänglich sehr starken Bühnenspots in Publikum reflektierte.

Wenn die Niederlande einen Hochgeschwindigkeitszug hätte, ähnlich ICE oder TGV, dann müsste der wohl SAS heißen.

 Eine BluesLokomotive mit 3 Triebköpfen von denen jeder einen speziellen unabdingbaren Part übernimmt.

Rob Heijne als der treibende Motor, dessen kraftvolles Spiel an eine der guten alten Dampflokomotiven erinnert.

 Auf diesem Fundament legt Tenny Tahamta ruhig und zielgericht ein  Gleiswerk aus auf dem die Band Tempo aufnimmt. Dieser Tieftonbereich, ist die Grundlage für die Fahrt durch Blues, Boogie Rock’n Roll und BluesRock, punktgenau und suverän gespielt.

 Schließlich der Lokomotivführer Julian, sicher dirigiert er durch die Genres seines Metiers. Einmal in Fahrt gibt es keinen Halt mehr im Taumel von Riffs und Licks. Erahnt man den Zielbahnhof dann ist es Julian Sas der nochmals eine Ehrenrunde dreht und dann punktgenau am Bahnsteig seine Gäste erfreut.

Ein toller Abend der kaum zu toppen ist.

 Aber das werden wir am 26.November in der Bonner Harmonie versuchen. Da präsentiert Mr.Music Bernie Gehlhausen zum 10 Mal in Folge die Julian Sas Band.  

Also vormerken SAS-Day in Bonn, 26.11.2011; 20:00 Uhr

 

Bilder vom Konzert folgen in den nächsten Tagen auf BluesPhoto.de

Siegerlandblues Nachlese

Montag, Oktober 10th, 2011

Nach langer Pause hatten wir am 08.Oktober 2011 wieder die Möglichkeit Julian Sas und Band live zu erleben.

Nach langer Fahrt durch das herbstliche Bergische Land  vorbei am Sauerland erreichten wir das Siegener Industriegebiet rund um das Belle Epoque bei kühlen 4°C

Das Belle Epoque, eigentlich ein Grieschiches Restaurant, veranstaltet in unregelmäßigen Abständen hier Rock und Blueskonzerte der besonderen Art.  Der Speiseraum wird entstuhlt und mutiert dann zum Bluestempel.

So sollte es auch heute sein, und zum 30jährige Bestehen der Lokalität hatte man sich Julian Sas und Band ausgesucht.

Julian Sas

Ein paar Minuten nach 20 Uhr bahnten sich die Drei denn auch ihren Weg durch die brechend volle Location.

Gewohnt routiniert startete Julian mit einem furiosen Slide Stück auf seiner Open E gestimmten Firebird, wechselte dann zu seiner PK Strat und sorgte mit Resurrection gleich für den ersten Höhepunkt des Abends. Rob Heijne startete diesen Song mit seinem Trommelwirbel und verschaffte somit Julian die nötige Zeit zum Gitarrenwechsel.

Im Anschluß ließ man es etwas ruhiger angehen, mit ‚A Light In The Dark’ kam für mich persönlich der erste Höhepunkt des Abends. Dieser sollte aber noch mehrfach getoppt werden.  Durch Julians Interpretation von  Muddy Waters ‚County Jail‘  wurden die Blueser im Publikum vollends in den Bann gezogen.

Nach ca. 30 minütiger Pause ging es mit treibenden Bluesrock weiter der über ‚Supercup Boogie’ weiter die Stimmung antrieb.

Hier kam dann auch einer der Besitzer des Belle Epoque, Soto, mit einer andauernden Showeinlage alà  Bobby Farrell von Boney M. auf die Bühne, die er auch nicht mehr verlassen wollte.

Julian & TennyWie gut sich die Band versteht sah man als Julian Sas und Bassist Tenny Tahamta sich quasi vis à vis die Töne zuspielten und Soto in Extase trieben.  Waren es draussen nur 4 Grad so erreichte das Belle Epoque hier und heute tropische Temperaturen.

Mit ‚Shadow Play’ huldigte Julian seinem Mastermind Rory Gallagher und ließ das Ending von Rorys Song furios in das Intro zu Jimi’s Hey Joe übergehen.  Nach der Ankündigung ‚We have time for one more song’ wurde mit ‚The Devil Got My Number’ der vorläufige Schlusspunkt gesetzt.

In der Zugabe kam dann mit Julians umgebaute Gretsch Gitarre zum Einsatz.. ‚Bulfrog Blues’ beendete den Abend nach fast 2 ½  Stunden reiner Spielzeit der 3 Mannen kurz vor Mitternacht.

 

Fazit:

Die Band gehört ohne Zweifel zu den Besten  Blues und BluesRock Interpreten die man sich live ansehen kann. Mit einer Bandbreite von Blues über Boogie, Rock’n Roll bis BluesRock braucht sie keine Vergleiche mit kommerziell erfolgreichern Bands aus den Staaten zu scheuen. Vielleicht ist das gerade der große Reiz den die Band versprüht. 1st Class BluesRock gepaart mit Bodenständigkeit und keinerlei Star oder Top Of The Pop Gehabe.

 

Photos von dem Konzert gibt es hier bei BluesPhoto.de

MEN IN BLUES Nachlese

Montag, Oktober 3rd, 2011

In Deutschland gibt es immer wieder Projekte um neue Stars und Sternchen zu kreieren. Sei es die Karaokeparty in der Disco, der Talentwettbewerb in der Kleinstadt oder, im extremsten Fall sucht eben Deutschland seinen Superstar.

Die deutsche Bluesszene hat nicht gesucht, dafür haben sich, eher durch Zufall, zwei Vollblutmusiker gefunden. Sie bereichern mit ihrer Interpretation des Blues seit fast 2 Jahren die begeisterte Bluesgemeinde.

Wir hatten die Freude, nachdem wir beim ersten Live Konzert von Klaus Heuser und Richard Bargel im Bonner Panteon (Bilder bei BluesPhoto.de) dabei waren, die Beiden nunmehr in der Kattwinkelschen Fabrik in Wermelskirchen zu sehen.

 

Pünktlich um 20 Uhr kamen die Zwei, gefolgt von Drummer und Bassist auf die Bühne. Nach kurzer Begrüßung und der Erklärung Hier und Heute alle Songs der neu zu erwartenden LP (o.Ton Klaus) zu spielen, ging es loß.

Das Publikum nahm die Songs, basierend auf  Richards Slide-Gitarrenspiel und seiner tiefen sonoren Stimme, begeistert auf.  Der ‚Major’ blieb dezent im Hintergrund, nahm aber sofort den Federhandschuh auf wenn Bargel  pausierte. Die Zwei verstanden sich prächtig auf der Bühne und ließen keine Langeweile aufkommen. Blues in allen Stielrichtungen, angereichert mit Elementen aus Rock, Reggae  und Country ließen den Abend zu einem Genuß werden. Zwischen den Zeilen oder Stücken reicherten die Beiden ihre Darbietungen mit Anekdoten und Erlebnissen aus den letzten 18 Monaten On Tour auf. So gibt es nun zwei Versionen von LED Gitarrentunern. Für Richard den Ü60 mit extra großen LED und das Sondermodell für Klaus als U60 Limited Edition. Der jüngste Besucher wurde zwecks Verbesserung des Altersdurchschnittes gesucht . Nach dem Konzert erhielt die ermittelte 21jährige denn auch die letzstjährige  Live CD geschenkt.

Die Backline mit Sascha Delbrouck am Bass und Markus Rieck als Drummer legten einen soliden Soundteppich aus, auf denen sich die ‚Men In Black’  nach Herzenslust austoben konnten.

Klaus Heuser tat dieses immer wieder mit gefühlvollen Licks, tollen Phrasierungen und einigen rasanten Läufen über das Griffbrett seiner Gitarren. Mit hochrotem Kopf riss es ihn dann selber aus dem Sitz, das Publikum tat es ihm gleich und steuerte seinen tobenden Beifall hinzu. Neben den neuen Songs der Beiden gab es auch einige schon bekannte Lieder der aktuellen Live-CD, einen Tribute Song für Robert Johnson sowie die Feststellung das Wermelskirchen weder einen ICE-Bahnhof noch eine Post hat. Dafür hatten die Wermelskirchener und alle Besucher einen kurzweiligen Abend mit toller Musik und Geschichten zum Schmunzeln.

Fazit: Nach dem Pantheon Konzert 2010 waren wir uns schon einig hier was großes gesehen zu haben. Das hat sich für und in der Katt bestätigt. Blues und bluesige Musik, gemacht von 4 Leuten die Spaß an der Sache haben und nicht auf den kommerziellen Erfolg aus sind. Keiner muß hier dem anderen noch etwas beweisen und somit sind Bargel & Heuser zu einer der Besten Darbietungen im Blues hierzulande geworden sind. Eine Empfehlung allemal.

 

 

 

 

 

 

Wir sind gespannt auf die Studio CD die wohl zum Jahreswechsel in die Regale kommt.

Fotos vom Konzert gibt es hier unter http://www.BluesPhoto.de